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Andacht zu Matthäus 18, 3

 
 

© Simone Hainz / pixelio

Jesus Christus spricht: Wenn ihr nicht umkehrt
und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
Matthäus 18, 3

Liebe Gemeindeglieder und Freunde der Gemeinde!
Wir können doch nicht mehr Kinder sein! Zurück in die Kindheit. Geht nicht! Das Leben ist teilweise oder überwiegend gelebt, die Weichen sind gestellt. Wenn man deutlich die Hälfte der Lebenszeit überschritten hat, nimmt die restliche Lebenszeit immer weiter ab. Allenfalls in Gedanken und sehnsuchtsvollen Träumen flüchten wir in unser vermeintliches Kindheitsparadies. War Jesus ein Träumer? Der Zusammenhang hilft uns zum Verstehen: Die Jünger Jesu fragen ihn, wer wohl der Größte im Himmelreich sei. Jesus hält ihnen jetzt keinen Vortrag, keine (Moral-)Predigt: Hackordnung noch im Himmelreich? Wer ist die Schönste, der Beste, der Größte? Macht er nicht. Vielmehr stellt er ein Kind mitten vor sie.

Ihr erwachsenen Christen irrt euch. Ihr seid auf dem falschen Weg. Ihr müßt umkehren, Anderes, Neues denken, sonst erreicht ihr das Ziel nicht. Lernt von einem Kind!

Wir sind auf dem falschen Weg, wenn wir meinen, wir wären Gott schon recht, wir hätten ja schon Einiges erreicht, wir hätten ja noch nie etwas Böses getan, noch nie gestohlen oder getötet. Was uns mit Jesus in Verbindung bringt, ist umzukehren. Der Weg zu Gott geht über die Umkehr. Wir sollen “werden wie Kinder”. Werden wir Kinder, das meint nicht, wieder klein, unselbstständig und kindisch zu werden. Jesus spielt mit diesem Gedanken auf das Vertrauen der Kinder an. Stell´ dir die Situation vor: Ein Kind bringt sein kaputtes Spielzeug zum Vater und bittet ihn: “Mach es wieder ganz!” Darum geht es Jesus: Um das Vertrauen, das dem Vater im Himmel zutraut, alles wieder in Ordnung zu bringen. „Wie die Kinder werden“ bedeutet: Seine Hoffnung auf Gott setzen, alles von ihm erwarten und sich ganz auf ihn verlassen. Wer seinen falschen Weg verlässt und umkehrt, wer heimkehrt zu Gott und von ihm alles erwartet, wer Gott wie ein Kind vertraut, dem öffnet sich das Tor zur ewigen Welt Gottes.

Dieses kindliche Vertrauen zu unserem himmlischen Vater wünsche ich Ihnen / euch allen und mir, Ihr Hans-H. Holst, Pfarrer

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