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Andacht zu Johannes 1, 29b

 
 

Das Titelbild dieses Gemeindebriefes lenkt unseren Blick auf das Osterlamm.
Nein, es geht nicht um das niedliche Osterlamm, das zitternd und blökend in der Frühlingssonne auf der Weide steht. Es geht auch nicht um das süße Osterlamm aus Schokolade oder Kuchenteig auf dem Frühstückstisch am Ostermorgen.
Es geht um das Lamm, auf das Johannes der Täufer seine Jünger und uns hinweist: Siehe, das ist Gottes Lamm! Das Foto des Altarfensters aus dem Heilig-Geist-Stift in Lübeck vereinigt die verschiedenen Gedanken und Vorstellungen der Hl. Schrift zu diesem Lamm und wird uns so zum Wegweiser durch die Gottesdienste der vor uns liegenden Monate.
Da ist zunächst die alttestamentliche Vorstellung vom Opferlamm, besonders von den Passah-Lämmern, deren Blut beim Auszug der Israeliten aus Ägypten als Schutzzeichen vor dem Todesengel an den Türpfosten gestrichen wurde.
Darauf spielt Johannes der Täufer an, wenn er sagt: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt.
Dieses Lamm, Jesus Christus, der Sohn des lebendigen ewigen Gottes, wurde für uns am Kreuz auf Golgatha getötet und geopfert. Das ist die gewaltige und all unsere Vorstellungen übersteigende Botschaft des Karfreitags.
Greifbare Wirklichkeit wird das für uns am Gründonnerstag, wenn wir die Einsetzung des Heiligen Abendmahles feiern. Das verdeutlicht auf unserem Titelbild der Kelch, in den das Blut des Lammes strömt. Dies Blut macht uns rein von aller Sünde und bewahrt uns vor dem ewigen Tod und der Verdammnis.
Aber das Titelbild lenkt unseren Blick über das alttestamentliche Passah-Lamm und das für uns am Kreuz geopferte Lamm hinaus auf das Lamm, das am Ostermorgen den Tod besiegt, die Siegesfahne in der Hand hält und als Sieger für alle Ewigkeit auf dem Thron Gottes sitzt.
Das dürfen wir dankbar miterleben in den Gottesdiensten der vor uns lie-genden Passions- und Osterzeit, zu denen ganz herzlich eingeladen wird und zu denen ich uns Gottes Segen wünsche.

Pfr. i.R. Wolfgang Schmidt

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